BRS News
Milchtrends: Kälberaufzucht in früher Gruppenhaltung und gesellschaftliche Akzeptanz
VDM - Milchtrends hat den Beitrag Kälberaufzucht: Warum die frühe Gruppenhaltung zur Brücke zwischen Gesellschaft und Landwirtschaft werden kann
von Flora von Steimker veröffentlicht. Der Artikel fasst die Ergebnisse des Forschungsprojekts InnoRind
zusammen und zeigt, dass Bürgerinnen und Bürger sowie Milchviehhalter Kühe und Kälber zwar gleichermaßen als empfindungsfähige Tiere betrachten, bei der Bewertung von Aufzuchtsystemen jedoch unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Als praxisnaher Kompromiss zwischen den gesellschaftlichen Erwartungen an mehr Tierwohl und den Anforderungen der Milchviehbetriebe wird die frühe Gruppenhaltung hervorgehoben. Der Artikel ist hier zu finden.
Länderupdate der bedeutendsten Mitgliedsstaaten 2025 der International Dairy Federation
VDM - Das Factsheet Nr. 50/2026 der International Dairy Federation (IDF) fasst die aktuellen Länderberichte von 20 Mitgliedstaaten zu den Marktergebnissen und Marktbedingungen im Jahr 2025 zusammen. Die Daten vergleichen die Entwicklungen mit dem jeweiligen Vorjahreszeitraum beziehungsweise mit den aktuellsten verfügbaren Zeiträumen seit Januar. Sie wurden vom Standing Committee on Dairy Policies and Economics der IDF erhoben. Die betrachteten Länder repräsentieren mehr als die Hälfte der weltweiten Milchproduktion sowie einen noch größeren Anteil des globalen Handels mit Milch- und Molkereiprodukten. Dadurch bietet die Publikation einen aussagekräftigen Überblick über die internationale Marktlage. Die deutsche Übersetzung ist auf der VDM-Homepage zu finden.
Neue Ausschreibung des QS-Wissenschaftsfonds
Der QS-Wissenschaftsfonds sucht innovative Forschungsprojekte entlang der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette, unter anderem zu den Themen Tierwohl, Tiergesundheit, Hygiene, Biosicherheit, Nachhaltigkeit sowie Digitalisierung und KI. Im Fokus stehen insbesondere Vorhaben mit Bezug zu Rind, Schwein und Mastgeflügel, beispielsweise zu Tierwohl entlang der Kette, Hygiene, resilienten Lieferketten oder Wissenstransfer in die Praxis. Eine Förderung von bis zu 35.000 € pro Projekt ist möglich, Bewerbungsschluss ist der 6. September 2026. Auch Symposien und praxisnahe Weiterbildungen können gefördert werden.
Das war das Bundesjungzüchtertreffen 2026 in Neumünster
Rund 100 Jungzüchter und ihre Jungrinder aus ganz Deutschland haben sich vom 02. bis zum 04. Juli 2026 anlässlich des diesjährigen Bundesjungzüchtertreffens in der Holstenhalle in Neumünster getroffen. Neben VdJ und BRS war die Rinderzucht Schleswig-Holstein in diesem Jahr der Ausrichter vor Ort.
Rainer: Mehr Zeit fürs Wesentliche auf den Höfen
Bundeskabinett beschließt Gesetzentwurf zum Bürokratieabbau
Das Bundeskabinett hat heute den von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer vorgelegten Entwurf eines Gesetzes zum Abbau von Bürokratie im Zuständigkeitsbereich des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) sowie in weiteren Bereichen beschlossen. Nach Angaben des Ministeriums soll der Gesetzentwurf die Wirtschaft um zwölf Millionen Euro und die Verwaltung um eine Million Euro entlasten.
Das Gesetz ist Teil eines Maßnahmenpakets zum Abbau bürokratischer Vorgaben. Darüber hinaus befinden sich eine Bürokratie-Rückbauverordnung sowie eine systematische Überprüfung bestehender Berichts- und Dokumentationspflichten in Arbeit.
BZL - Wie hat sich die Schweinehaltung in Deutschland entwickelt?
Kaum ein anderer Bereich der Landwirtschaft befindet sich derzeit in einem so starken Umbruch wie die Schweinehaltung. Im Mai 2026 wurden in Deutschland rund 21 Millionen Schweine gehalten. In den vergangenen drei Jahren blieb die Zahl der Tiere damit relativ konstant. Blickt man jedoch zehn Jahre zurück, so sind die Bestände seitdem um über 22 Prozent gesunken. Die Anzahl der schweinehaltenden Betriebe sinkt bereits seit Jahrzehnten massiv. Allein in den vergangenen 15 Jahren sank sie um fast 54 Prozent auf derzeit noch 14.700 Betriebe. Im Gegenzug stieg die Zahl der Schweine pro Betrieb im selben Zeitraum rasant an: Aktuell beträgt sie 1.432 Tiere, was bei den durchschnittlichen Bestandsgrößen einem Zuwachs von fast 70 Prozent gegenüber 2011 entspricht.
BZL - Wenn Lebensmittel schon vor der Vermarktung verloren gehen
Nicht alle Lebensmittel landen auf unseren Tellern – viele gehen bereits bei der Erzeugung verloren. Warum das so ist und wie sich Verluste vermeiden lassen, erklärt das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft. Auch in der Tierhaltung kommt es zu Lebensmittelverlusten. Genau genommen gelten lebende Tiere jedoch noch nicht als Lebensmittel – erst nach der Schlachtung ist dies der Fall. Verluste bei lebenden Tieren entstehen unter anderem durch Krankheiten, Verletzungen oder Tierseuchen. Müssen Tiere mit Arzneimitteln behandelt werden, dürfen Fleisch, Milch oder Eier während vorgeschriebener Wartezeiten nicht vermarktet werden. Bei Tierseuchen wie der Afrikanischen Schweinepest können zudem Sperrmaßnahmen und Transportverbote erforderlich sein. In betroffenen Beständen müssen Tiere getötet werden, um eine weitere Ausbreitung der Seuche zu verhindern. Dadurch gehen potenzielle Lebensmittel verloren oder können nicht wie vorgesehen vermarktet werden. Um solche Verluste möglichst zu vermeiden, setzen Landwirtinnen und Landwirte auf vorbeugende Maßnahmen. Dazu zählen eine gute Tiergesundheit, konsequente Hygienekonzepte, regelmäßige Gesundheitskontrollen sowie Maßnahmen der Biosicherheit. Diese sollen verhindern, dass Krankheitserreger in die Tierbestände eingeschleppt und verbreitet werden.
Wissenschaftlicher Umfrage zu Reinigungs- und Waschverfahren von Sauen in der Ferkelproduktion
Im Rahmen einer Masterarbeit an der Technischen Universität München wird derzeit eine wissenschaftliche Umfrage zu Reinigungs- und Waschverfahren von Sauen in der Ferkelproduktion durchgeführt. Ziel der Untersuchung ist es, einen umfassenden Überblick über die in der Praxis eingesetzten Verfahren sowie die damit verbundenen Erfahrungen der Betriebe zu gewinnen. Die Umfrage richtet sich an alle schweinehaltenden Betriebe mit Sauenhaltung zur Ferkelproduktion – unabhängig davon, ob bereits eine Wascheinrichtung vorhanden ist oder nicht. Jede Teilnahme leistet einen wertvollen Beitrag zur Schaffung einer fundierten Datengrundlage. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, praxisnahe Empfehlungen abzuleiten und das Management in der Sauenhaltung gezielt weiterzuentwickeln. Die Bearbeitung dauert etwa 10 bis 15 Minuten. Die Teilnahme ist anonym und dient ausschließlich wissenschaftlichen Zwecken.
FBN-Studie: Moderater Hitzestress löst messbare Blutveränderungen bei Milchkühen aus
Der Klimawandel verändert die Tierhaltung – und das schneller, als viele erwarten. Häufigere und intensivere Hitzewellen belasten Milchkühe beispielsweise physiologisch stark. Wissenschaftler des Forschungsinstituts für Nutztierbiologie (FBN) konnten nachweisen, dass bereits moderater Hitzestress messbare Veränderungen im Blut von Holstein-Kühen bewirkt. Dazu zählen Anzeichen für Entzündungsprozesse sowie eine Aktivierung der Blutgerinnung. Gleichzeitig werden bestimmte Abwehrwege in peripheren mononukleären Blutzellen (PBMC) gedämpft. Diese Effekte traten bereits nach sieben Tagen Wärmebelastung auf und liefern Tierärzt:innen sowie Milchviehbetrieben konkrete Ansatzpunkte, um Hitzestress frühzeitig zu erkennen und ihm entgegenzuwirken.
Ackerstatus bleibt trotz mehrjährigem Grasaufwuchs erhalten
Eine langjährige Forderung der Landwirtschaft wird nun umgesetzt: Ackerland verliert seinen Status künftig nicht mehr allein deshalb, weil dort über mehr als fünf Jahre Gras oder andere Grünfutterpflanzen angebaut werden. Bislang mussten Flächen regelmäßig umgebrochen oder neu eingesät werden, um den förderrechtlichen Ackerstatus zu sichern – mit negativen Folgen für Humusaufbau, Bodenstruktur und Gewässerschutz. Künftig entfällt dieser rein förderrechtlich bedingte Umbruch. Grundlage ist die Anfang des Jahres verabschiedete Omnibus-III-Verordnung der Europäischen Kommission, deren Vorgaben inzwischen in deutsches Recht übernommen wurden. Die Neuregelung gilt für Flächen, die im Mehrfachantrag 2025 und 2026 als Ackerland gemeldet wurden. Eine Antragstellung ist nicht erforderlich: Die Zuordnung als dauerhafte Ackerfläche
erfolgt automatisch im Serviceportal iBALIS. Diese Flächen können weiterhin als Ersatzflächen für genehmigte Dauergrünlandumwandlungen sowie für Agrarumweltmaßnahmen – etwa M10 – genutzt werden.
07 61 RA Bürokratieabbaupaket