BRS News
Wie hoch ist das Einkommen von Landwirtinnen und Landwirten?
Das durchschnittliche Einkommen der deutschen Landwirtschaft lag im Wirtschaftsjahr 2024/25 bei rund 46.800 Euro je Arbeitskraft. Damit blieb es nahezu auf dem Niveau des Vorjahres, lag jedoch deutlich unter dem Wert des Rekordjahres 2022/23. Differenziert nach Rechts- und Bewirtschaftungsformen, fallen deutliche Unterschiede auf.
Fütterungsstrategien bei niedrigen Milchauszahlungspreisen – müssen wir bei Bekanntem umdenken?
Proteinmarkt - Im Verlauf des letzten Jahres kannte der Milchauszahlungspreis nahezu nur eine Richtung: abwärts. So betrug der Kieler Rohstoffwert Milch im Juni 2025 noch 49,8 Cent, erreichte im Januar 2026 dann aber die 30-Cent-Marke. In solchen Situationen mit niedrigen Milchauszahlungspreisen, wie z. B. im Jahr 2016, oder mit stark gestiegenen Kosten, z. B. für Futter, wie im Jahr 2008, als die Kraftfutterpreise innerhalb weniger Monate um 50 bis 70 % stiegen, machen sich die Milcherzeuger:innen intensive Gedanken über Einsparungspotenziale. Da über 50 % der Produktionskosten auf das Futter und somit auf die Fütterung entfallen, liegt der Gedanke nahe, fütterungsstrategische Anpassungsmaßnahmen zu ergreifen.
Kuhschlachtungen in Süddeutschland steigen
Laut Medienberichten hat die lang anhaltende Dürre im Sommer 2026 zu Futterknappheit bei den Rinderhalter:innen geführt, weshalb sie ihre Tiere vermehrt ins Schlachthaus bringen. Eine aktuelle Auswertung der wöchentlichen Schlachtdaten nach der ersten Fleischgesetz-Durchführungsverordnung durch das Bundeszentrum für Landwirtschaft (BZL) bestätigt dies teilweise. So ist in den süddeutschen Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg seit Anfang Juli eine merkliche Zunahme der wöchentlichen Kuhschlachtungen in den meldepflichtigen Betrieben zu verzeichnen. Mitte August waren sie so hoch wie seit drei Jahren nicht mehr. Insbesondere wurden mehr Tiere mit geringer Fleischigkeit (Handelsklassen O und P) geschlachtet. Dies könnte darauf hindeuten, dass sich Landwirt:innen vermehrt von älteren und nicht mehr leistungsstarken Tieren getrennt haben.
Minister Alois Rainer besucht Westfleisch: KI unterstützt amtliche Fleischuntersuchung
Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer hat heute den Westfleisch-Standort in Oer-Erkenschwick besucht, um sich über den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) in der amtlichen Fleischuntersuchung zu informieren. Im Mittelpunkt standen der fachliche Austausch mit den Verantwortlichen von Westfleisch sowie die Besichtigung des Pilotprojekts ArtificialVet
. Seit Dezember 2025 unterstützt ArtificialVet
das amtliche Untersuchungspersonal im Rahmen einer Pilotphase mit digitalen Vorbefunden. Sechs Hochleistungskameras erfassen den geschlossenen Schweineschlachtkörper. Eine KI analysiert die Aufnahmen und erkennt unter anderem Veränderungen an Ohren und Schwanz sowie Umfangsvermehrungen. Grundlage sind Tausende von durch Expertinnen und Experten bewerteten Beispielbildern. Die abschließende Befundentscheidung treffen weiterhin die amtlichen Tierärztinnen und Tierärzte. Die KI dient ausschließlich als zusätzliches Unterstützungsinstrument. ArtificialVet
ist eine gemeinsame Entwicklung von Westfleisch, der CIMT AG und dem Veterinäramt des Kreises Recklinghausen. Nach Angaben der Projektpartner handelt es sich um das bundesweit erste Projekt dieser Art.
VDLUFA: Kongress mit milchwirtschaftlichen Nachhaltigkeitsthemen
Der 137. Kongress des Verbands Deutscher Landwirtschaftlicher Untersuchungs- und Forschungsanstalten (VDLUFA) findet vom 22. bis 25. September 2026 in Leipzig statt. Er steht unter dem Leitthema Stoffkreisläufe im Wandel – Strategien für eine zirkuläre Agrar- und Umweltwirtschaft
. Unter den Posterpräsentationen sowie in den Vorträgen der Blöcke Tierische Produktion III und IV am 24. September werden einige nachhaltige Aspekte der Primärproduktion beleuchtet.
Kann Landwirtschaft auch ohne Nutztiere funktionieren?
Im August 2026 hat das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) den Beitrag Kann Landwirtschaft auch ohne Nutztiere funktionieren?
veröffentlicht. Darin wird die Rolle von Nutztieren für die Lebensmittelproduktion, Nährstoffkreisläufe und die Nutzung von Grünland dargestellt. Das Fazit lautet, dass eine Landwirtschaft ohne Nutztiere im heutigen Ernährungssystem nicht möglich wäre. Sie wäre nur mit grundlegenden Veränderungen bei Ernährung, Landnutzung und Düngung realisierbar. Dabei würden zwar Flächen für den Lebensmittelanbau frei, es entstünden jedoch neue Herausforderungen bei Nährstoffkreisläufen, der Verwertung von Reststoffen und dem Erhalt von Grünland.
IDF startet Konsultation zur einheitlichen GHG-Methodik für die globale Milchwirtschaft
IDF - Die International Dairy Federation (IDF) hat eine vierwöchige öffentliche Konsultation zu einer einheitlichen Methodik für die Umsetzung des GHG Protocol Land Sector and Removals Standard
(LSRS) in der globalen Milchwirtschaft gestartet. Ziel ist es, einen praktikablen und glaubwürdigen Ansatz für die Erfassung und Berichterstattung von Treibhausgasemissionen entlang komplexer Milchwertschöpfungsketten zu schaffen und gleichzeitig unterschiedliche, potenziell widersprüchliche Methoden zu vermeiden. Interessierte Stakeholder können die Konsultationsunterlagen einsehen und bis zum Ende der Konsultationsfrist Stellung nehmen. Es wird gebeten, dies zuvor mit der VDM-Geschäftsstelle abzustimmen.
Ceva Blog für Rindergesundheit - Schmallenberg-Virus: Was du als Rinderhalter über diese Krankheit wissen musst
Der Ceva Blog für Rindergesundheit beschäftigt sich in diesem Beitrag mit dem Schmallenberg-Virus (SBV), einem Erreger, der bei Rindern häufig nur vorübergehende und vergleichsweise milde Krankheitsanzeichen verursacht. Betroffene Tiere können unter anderem Fieber, eine reduzierte Futteraufnahme und einen deutlichen Rückgang der Milchleistung zeigen. Nach wenigen Tagen verschwinden die Symptome meist wieder, sodass die Erkrankung im Bestand leicht unbemerkt bleiben kann. Besonders relevant ist jedoch der Zeitpunkt einer Infektion während der Trächtigkeit. Je nach Trächtigkeitsstadium kann eine Infektion mit dem Schmallenberg-Virus die Entwicklung des ungeborenen Kalbes beeinträchtigen und zu Fehlbildungen oder anderen Fruchtbarkeitsproblemen führen.
Ceva Blog für Rindergesundheit - Neues Orthobunyavirus bei Rindern: Was du als Milchviehhalter über das Shamonda-Virus (SHAV) wissen musst
Der Ceva Blog für Rindergesundheit informiert über ein in diesem Sommer in mehreren Betrieben in Süddeutschland und der Schweiz beobachtetes Krankheitsbild bei Rindern. Fieber, Durchfall und ein deutlicher Rückgang der Milchleistung traten teilweise innerhalb kurzer Zeit auf. Untersuchungen auf bekannte Erreger wie Blauzunge, Schmallenberg und EHD blieben negativ. Seit Anfang August gibt es Hinweise darauf, dass ein neues Orthobunya-Virus aus der Simbu-Serogruppe mit diesen Fällen in Zusammenhang stehen könnte. Das Virus wird vorläufig als Shamonda-like
bezeichnet. Der Beitrag gibt einen Überblick darüber, was über das Virus und seine mögliche Herkunft bekannt ist, wo und seit wann es in Europa auftritt, welche Krankheitssymptome beobachtet werden und warum insbesondere trächtige Tiere von Bedeutung sind. Zudem werden mögliche Maßnahmen erläutert, die Betriebe im Umgang mit der aktuellen Situation ergreifen können.
Rund 90 Seminare für neue Einkommenswege auf landwirtschaftlichen Betrieben
Vom Urlaub auf dem Bauernhof über Direktvermarktung und Bauernhofgastronomie bis zur Sozialen Landwirtschaft: Viele landwirtschaftliche Betriebe in Bayern setzen längst auf mehrere Einkommensquellen. Rund zwei Drittel der Betriebe haben sich bereits ein zusätzliches Standbein geschaffen. Mit dem neuen Seminarprogramm 2026/2027 der Akademie Diversifizierung unterstützt der Freistaat Bäuerinnen und Bauern dabei, neue Geschäftsfelder aufzubauen und bestehende Angebote professionell weiterzuentwickeln. Rund 90 Seminare stehen ab sofort unter www.diva.bayern.de zur Buchung bereit.