Schweinefakten

15.11.2022

Antibiotikaresistenzen - Ein Problem in der Human- und Tiermedizin

MRSA Keime

Die Anforderungen an die Behandlung erkrankter Tiere mit Antibiotika sind hoch. Diese können nur nach tierärztlicher Verschreibung und einem Erregernachweis angewendet werden. Jeder Antibiotikaeinsatz muss vom Tierhalter an die zuständige Überwachungsbehörde gemeldet werden. Die einzelnen Betriebe müssen ihre Therapiehäufigkeit mit den bundesweiten Antibiotikaanwendungen vergleichen und ggf. Maßnahmen zur Reduzierung umsetzen. Zunehmende Antibiotikaresistenzen sind ein gemeinsames Problem der Human- und Tiermedizin. Die Ursachen sind vor allem eine mangelhafte Hygiene in Krankenhaus oder Stall, eine zu kurze oder zu niedrig dosierte Antibiotikabehandlung oder unsachgemäße Anwendung von Antibiotika, beispielsweise ohne vorherigen Erregernachweis. Als Multiresistenz bezeichnet man eine Form der Antibiotikaresistenz, bei der Keime gegen mehrere verschiedene Antibiotika unempfindlich sind. Die sogenannten MRSA-Keime, die der Humanmedizin in Kliniken große Probleme bereiten, sind zu 95 Prozent Keime, die ihren Ursprung in der stationären oder ambulanten menschlichen Behandlung haben.

 

15.11.2022

Bedeutung von Kohlendioxid (CO2) in der Landwirtschaft

Bedeutung von CO2 in der Landwirtschaft
© BRS e.V.

In Deutschland beträgt der Anteil der Landwirtschaft an den Treibhausgasemissionen rund 8 Prozent. Etwa zwei Drittel der landwirtschaftlichen Emissionen entstammen der Viehhaltung. Dabei bleibt jedoch unberücksichtigt, dass die Nutztierfütterung aufgrund des regenerativen C02-Kreislaufs weitgehend als C02-neutral gilt. Pflanzen benötigen C02 für die Photosynthese und lagern dabei Kohlenstoff ein. Nutztiere nehmen den Kohlenstoff über Futterpflanzen auf. Man spricht von einem biogenen Kohlenstoffkreislauf, der das Klima nicht zusätzlich belastet. Um weitere wichtige Einsparungen bei den landwirtschaftlichen Emissionen zu erreichen, muss der Ammoniakausstoß deutlich reduziert werden, z. B. durch bedarfsgerechte Düngung, bodennahe Ausbringung und sofortige Einarbeitung von Wirtschaftsdünger, die Abdeckung von Güllelagern und neue Stallsysteme.

 

15.11.2022

Einsatz von Soja als Futtermittel

Sojaimporte

Die Proteinversorgung unserer Nutztiere kann derzeit nicht allein aus heimischer Produktion über Leguminosen, Raps und Weizen gedeckt werden, Deutschland importiert daher Soja. Von den weltweit geernteten 368 Mio. Tonnen Soja im Jahr 2020 gingen 1,7 Prozent nach Deutschland. Davon stammten ungefähr die Hälfte aus südamerikanischen Ländern. Weltweiter Hauptimporteur ist China und nimmt über ein Viertel der Weltsojaernte in Anspruch. Nach Angaben der IDH Sustainable Trade Initiative sind 46 Prozent der deutschen Importe an Sojabohnen und -schrot FEFAC-konform und gelten somit als entwaldungsfrei, da sie aus Regionen stammen, die ein niedriges Entwaldungs-Risiko aufweisen, wie z.B. den USA. Die Sojabohnen werden jedoch nicht nur für die Tierfütterung, sondern auch für die Speiseölherstellung genutzt. Das dabei als Nebenprodukt anfallende Extraktionsschrot wird als proteinreiches Futtermittel verwendet.

 

15.11.2022

Fleisch liefert wichtige Nährstoffe

Nährwert Schweinefleisch

Fleisch ist eine wertvolle Komponente der menschlichen Ernährung und zeichnet sich durch einen hohen Anteil essenzieller Nährstoffe aus. Fleisch enthält hochwertiges Eiweiß, lebenswichtige Fettsäuren, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Besonders der Gehalt an hochwertigem Protein und essenziellen Aminosäuren macht Fleisch für die menschliche Ernährung wertvoll. Gleichzeitig hat Fleisch einen sehr geringen Fettgehalt und ist somit sinnvoll für eine kalorienarme Ernährung. Auch andere Nährstoffe, wie beispielsweise die Vitamine B6 und B12 sowie wichtige Mineralien und Spurenelemente, kommen im Fleisch in direkt verwertbarer Form vor. Bei Vitamin B6 und B12 handelt es sich um lebenswichtige Vitamine, die für Stoffwechselvorgänge im Körper verantwortlich sind. Relevante Vitamin B12-Vorkommen finden sich praktisch nur in tierischen Produkten.

 

15.11.2022

Gülle ist ein wertvoller Wirtschaftsdünger

Gülle Dünger

Neben tierischen Lebensmitteln erzeugen Nutztiere sog. Wirtschaftsdünger (Gülle, Jauche, Mist). Seit Jahrtausenden nutzen die Bauern diesen Naturdünger im Pflanzenbau. Die im Wirtschaftsdünger enthaltenen Nährstoffe weisen eine hohe Pflanzenverfügbarkeit auf, was beispielsweise bei Stroh- oder Kompostdüngung nicht der Fall ist. Wirtschaftsdünger spart somit Mineraldünger ein – etwa 50 Prozent des Nährstoffbedarfs der deutschen Ackerkulturen stammen theoretisch aus Wirtschaftsdung.

 

15.11.2022

Massentierhaltung - Empfinden und Realität

Massentierhaltung

Der Begriff Massentierhaltung fokussiert sich i.d.R. auf landwirtschaftliche Großbetriebe mit vielen Tieren. Einer Umfrage der Universität Göttingen zufolge, beginnt für 90 Prozent der Verbraucher Massentierhaltung bei Betriebsgrößen ab 2.000 Schweinen bzw. 1.000 Rindern. Schaut man sich dagegen die tatsächlichen durchschnittlichen Betriebsgrößen in Deutschland an, fällt auf, dass die Landwirte im Mittel aller Betriebe weniger Tiere halten. Jedoch werden 38 Prozent der Mastschweine in Beständen mit durchschnittlich mehr als 2.000 Schweinen gehalten. Für die Tierschutzgesetzgebung spielt die Betriebsgröße keine Rolle, da die Tierschutzvorgaben pro Tier gelten. Größere Betriebe arbeiten meist spezialisiert und können investitionsintensivere Maßnahmen oftmals leichter umsetzen.

 

15.11.2022

Nicht-ackerfähige Flächen werden durch Tierhaltung nutzbar gemacht

Flächennutzung

Der Tierhaltung wird häufig vorgeworfen, die verwendeten Flächen und Rohstoffe könnten genauso gut für die menschliche Ernährung, statt für den Futteranbau genutzt werden. Etwa 30 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Deutschland sind Wiesen und Weiden. Diese sind größtenteils aus geographischen oder Umweltschutzgründen nicht als Ackerfläche nutzbar. Die im Gras enthaltenen Nährstoffe werden erst durch Nutztiere in Form von Milch oder Fleisch der menschlichen Ernährung zugänglich. Auch unter den ackerbaulich nutzbaren Flächen gibt es Unterschiede. Die Getreidearten und -sorten haben unterschiedliche Standort- und Bodenansprüche, so dass nicht jedes Getreide an jedem Standort angebaut werden kann. Brotweizen ist anspruchsvoll und benötigt nährstoffreiche Böden mit einer hohen Wasserkapazität. Bieten die Boden- bzw. Standortbedingungen für den Anbau von Brotgetreide keine guten Voraussetzungen, wird der Landwirt Getreidearten bzw. -sorten anbauen, die als Futtergetreide Einsatz finden werden.

 

15.11.2022

Nutztierfütterung in Deutschland überwiegend mit heimischen Futtermitteln

Ressourcenschonung Nutztierhaltung

Für die Nutztierfütterung in Deutschland werden zu über 95 Prozent heimische Futtermittel verwendet. Nutztiere ernähren sich somit regionaler als der deutsche Verbraucher. Die Futtermittel werden zum überwiegenden Teil auf den Höfen selbst erzeugt. Die 4,6 Prozent Importfuttermittel im Wirtschaftsjahr 2020/21 bestanden vornehmlich aus pflanzlichen Ölen und Fetten, Ölkuchen und Ölschrot aus Raps und Soja. Den Hauptteil der in Deutschland verwendeten Futtermittelfrischmasse stellt mit 79 Prozent Raufutter wie Heu, Stroh und Silage dar. Hinzu kommen Zwischenfrüchte der landwirtschaftlichen Fruchtfolge, bei der Ernte anfallende Koppelprodukte (z.B. Erntereste), Nebenprodukte aus der Lebensmittelverarbeitung (z.B. Trester, Biertreber, Zuckerrübenschnitzel) sowie Getreidechargen, die qualitativ nicht den Anforderungen für die Backwarenherstellung entsprechen.

 

15.11.2022

Nutzung der Ressource Wasser in der Schweinehaltung

Wassernutzung Im Vergleich

Die Landwirtschaft verschwendet kein Trinkwasser. Bei den 6.000 Litern Wasser je Kilogramm erzeugtem Schweinefleisch, die mitunter kommuniziert werden, handelt es sich um den weltweiten Durchschnitt von 1996–2005. Weiterhin wird vergessen, zwischen Wasserarten (z. B. Regen, Grund- bzw. Leitungswasser) zu differenzieren. Der überwiegende Teil des in der Schweinehaltung genutzten Wassers (ca. 82 Prozent) wird für die Futterherstellung benötigt – dabei handelt es sich um Regenwasser! Das Wort Wasserverbrauch unterstellt, das Wasser nicht wiederverwendet werden kann. Dabei befindet sich das genutzte Wasser in Deutschland dank funktionierender Wasseraufbereitung und Kläranlagen in einem Kreislauf. Nur knapp 8 Prozent des benötigten Wassers für die Herstellung eines Kilogramms Schweinefleisch ist Grund- bzw. Leitungswasser. Zum Vergleich: Die Produktion eines Kilogramms Schweinefleisch benötigt somit 66 Prozent weniger Grund- bzw. Leitungswasser als die Produktion eines Kilogramms Nüsse.

 

15.11.2022

Tierarzneimittelrückstände in tierischen Lebensmitteln

Tierarzneimittelrückstände

Alle tierischen Lebensmittel werden regelmäßig vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit untersucht. Dabei bleiben i.d.R. 99,9 Prozent aller Proben unbeanstandet. Werden Tierarzneimittelrückstände über den erlaubten Höchstwerten nachgewiesen, heißt das aber nicht, dass hiervon ein Gesundheitsrisiko ausgeht. Tierarzneimittel werden vor ihrer Zulassung einer gesundheitlichen Risikobewertung unterzogen. Es werden Rückstandshöchstmengen festgelegt, die nicht überschritten werden dürfen. Sicherheitszuschläge um das Zehnfache reduzieren das Gesundheitsrisiko noch einmal deutlich. Abhängig vom jeweiligen Wirkstoff müsste ein Mensch jeden Tag rd. 45 kg Fleisch oder über hundert Liter Milch verzehren, um überhaupt die gesetzlich festgelegten Rückstandsgehalte zu erreichen.

 

Rentenbank

mit Unterstützung der
Landwirtschaftlichen Rentenbank

Bundesverband Rind und Schwein e.V. (BRS)
Adenauerallee 174, 53113 Bonn