16.06.2016

Lebensmittelproduktion in Deutschland entlastet Wasserressourcen

Nach Schätzungen der FAO steigt der Fleischverzehr in den nächsten 40 Jahren mit dem Anstieg des Einkommens in Schwellen- und Entwicklungsländern um mehr als 100 % – auch in den Ländern, die kaum über die notwendigen Wasserressourcen zum Anbau des Futters verfügen. Teile Mitteleuropas und besonders Deutschland haben dagegen Wasser im Überfluss.  Länder mit diesem natürlichen Standortvorteil müssen mehr Wasser in Form von Lebensmitteln exportieren, um Länder ohne ausreichend Niederschlag und mit mangelnder Wasseraufbereitung zu entlasten. Statt mit großem Bewässerungsaufwand Landwirtschaft zu betreiben, können sich die wasserarmen Länder auf weniger ressourcenintensive Wirtschaftszweige konzentrieren und die Erträge daraus nutzen, um die Ernährungssituation ihrer Bevölkerung durch Importe zu verbessern. Der internationale Handel von Nahrungspflanzen soll allein im Jahr 2005 zu Süßwasser-Einsparungen im Wert von 2,4 Milliarden US-Dollar geführt haben. Seitdem hat der Agrarhandel stark zugenommen.

 

16.06.2016

Die deutsche Landwirtschaft verschwendet kein Wasser

Die deutsche Landwirtschaft  ist nur mit etwa 1 %  am  nationalen Gesamtwasserverbrauch beteiligt.  Der Verbrauch des blauen Bewässerungswassers durch die hiesige Landwirtschaft macht sogar weniger als 0,1 % des deutschen Gesamtwasserverbrauchs aus. D.h. über 99 % des Wasserfußabdrucks der landwirtschaftlichen Erzeugnisse entfällt bei uns auf Regenwasser. Bei der Regenlandwirtschaft eine Knappheit zu suggerieren, ist irreführend: Denn der Regen fällt, ob wir ihn nutzen oder nicht. Er kann nicht eingespart werden.

 

16.06.2016

Der "Wasserfußabdruck" der deutschen Tierproduktion

Der Wasserfußabdruck von tierischen Erzeugnissen auf der landwirtschaftlichen Stufe ergibt sich aus dem Trink- und Reinigungswasser. Zusätzlich wird für den Pflanzenbau Wasser benötigt. Dabei handelt es sich zu 99 % um grünes Wasser, da hierzulande i.d.R. keine Bewässerung nötig ist.

Bei der Fleisch- und Wurstproduktion ist blaues Wasser in verschiedenen Prozessen erforderlich, z.B. bei der Kühlung, dem Betrieb von Maschinen, der Reinigung. Dieses blaue Wasser macht aber nur einen sehr geringen Anteil von ca. 0,2 % am gesamten Wasserverbrauch für die Herstellung der tierischen Produkte aus.

 

16.06.2016

4.000 l Wasser je kg Schweinefleisch – eine absurde Rechnung

Rechnet man die unterstellten 4.000 l virtuelles Wasser pro kg Schweinefleisch hoch, ergäbe das bei einem Mastschwein mit einem Schlachtgewicht von 94 kg Gewicht insgesamt 375.000 l Wasser. Beim derzeitigen Preis für blaues Wasser ergäben sich Kosten in Höhe von 700 Euro. Beim Rind käme man auf 15.000 Euro. Zum Glück fressen Rind und Schweine vor allem heimisch angebautes Futter für dessen Produktion i.d.R. nur Regenwasser genutzt wird.

 

16.06.2016

Bewässerung in Ländern mit Wassermangel

Wasser ist der wichtigste Produktionsfaktor der Landwirtschaft und weltweit sehr ungleichmäßig verteilt: Große Unterschiede bei den saisonalen und jährlichen Niederschlagsmengen führen dazu, dass viele Regionen regelmäßig unter Wasserknappheit leiden. In den ohnehin benachteiligten Ländern verschärft sich der Mangel häufig noch durch eine stark wachsende Bevölkerung, einen steigenden Pro-Kopf-Bedarf und vor allem durch die zunehmende Verschmutzung des verfügbaren Wassers. Außerdem werden dort immer häufiger landwirtschaftlichen Kulturen künstlich bewässert. Das schadet dem natürlichen Wasserhaushalt, verursacht  Umweltbelastungen und erhöht die Konkurrenz mit anderen Wassernutzern.
 

16.06.2016

Heimische Eiweißpflanzen statt Sojaimport – ja, aber …

Teile der Gesellschaft und der Politik fordern eine europäische Eiweißstrategie, die den Import von Sojabohnen verringern soll. Einige Länder wollen dazu verstärkt Sojabohnen und heimische Eiweißpflanzen anbauen. Bisher ist das nur begrenzt möglich, weil die klimatischen Verhältnisse in Deutschland zu geringeren Ernten führen und damit mehr Ackerfläche belegen als in Brasilien. Alternative Eiweißfuttermittel sind  Rapsextraktionsschrot, Getreideschlempe und Leguminosen wie Erbsen, Ackerbohnen und Lupinen. Eine geringere Proteinqualität sowie Anbau-, Ernte- und Lagerprobleme bei den Leguminosen sind die Hauptgründe, warum sich diese Alternativen in Deutschland bisher nicht durchgesetzt haben. Um Soja-Importe zu ersetzen, wären in Deutschland - je nach Kultur - Ackerflächen zwischen 3,5 und 7 Mio. ha nötig. Damit würden andere ertragreichere Ackerfrüchte, z.B. Weizen, verdrängt, die dann wieder importiert werden müssten.
 

16.06.2016

Intensivierung der Tierhaltung schützt den Regenwald

Der größte Teil der nach Europa importierten Sojabohnen stammt von traditionellen Anbauflächen, auf denen bereits seit Jahrzehnten Sojaanbau in der Fruchfolge mit Mais, Getreide und anderen Früchten stattfindet. Mit Hilfe von Zertifizierungssystemen wie ISCC, RTRS oder Soja Plus soll ein nachhaltiger Anbau von Soja vorangetrieben werden. Im Jahr 2006 wurde das sog. Sojamoratorium auf den Weg gebracht, um eine Ausdehnung der Regenwaldabholzung durch die Zunahmen des Sojaanbaus zu reduzieren. Mit Erfolg, wie eine aktuelle Studie aus Wisconsin zeigt. Nach dem Moratorium sei für die Ausdehnung des Sojaanbaus fast kein zusätzlicher Regenwald gerodet worden.

Eine steigende Nachfrage nach erneuerbaren Energien und eine steigende Nachfrage nach tierischen Produkten führen zu einer Ausdehnung des Sojaanbaus. Damit steigt die Gefahr, dass Grünlandflächen in Ackerland umgewandelt und Viehherden an die Grenzen der Urwaldgebiete verlagert werden. Ein deutsches Forschungsteam hat modelliert, wie Brasilien auf die steigende Nachfrage reagieren könnte, ohne Regenwald opfern zu müssen. Es empfiehlt, die Tierdichte auf den bestehenden Weiden moderat zu erhöhen. Gleiches schlagen auch Landschaftsökologen der Universität Göttingen gemeinsam mit Wissenschaftlern aus Freiburg und Bolivien vor.

 

16.06.2016

Die Tierhaltung veredelt Nebenprodukte der Sojaölproduktion

Die Sojabohne ist weltweit die wichtigste Öl- und Eiweißpflanze. Führende Anbauländer und Exporteure sind die USA, Brasilien und Argentinien. Aus dem Großteil der Ernte wird Speiseöl oder Biodiesel gewonnen. Die Bohne eignet sich auch als proteinreiches Lebens- und Futtermittel. Durch die gestiegene Nachfrage nach erneuerbaren Energien ist der Bedarf von Biodiesel seit 2004 deutlich gestiegen. Davon profitiert auch die Tierhaltung. In der Schweinefütterung lässt sich z.B. das Sojaextraktionsschrot als Nebenprodukt der Ölherstellung nutzen. Es ist ein wertvoller Eiweißträger und darum hervorragend zur Ergänzung heimischer Getreiderationen geeignet.

 

16.06.2016

Internationale Arbeitsteilung

Deutschlands Nutztiere fressen jährlich rund 82 Mio. t Futter,  davon stammen ca. 90 % aus Deutschland. Für die Eiweißversorgung unserer Tiere sind pro Jahr 8,38 Mio. t verdauliches Rohprotein erforderlich, davon stammen rd. 73 % aus der heimischen Produktion. Der Rest wird zu mehr als 75 % über den Import von ca. 3–4 Mio. t Sojabohnen für die heimischen Ölmühlen und ca. 2 Mio. t Sojaextraktionsschrot gedeckt. Von den rund 310 Mio. t weltweit produzierten Sojabohnen werden etwa 1,5 % für die deutsche Tierfütterung benötigt. Tatsächlich beruhen die derzeitigen Rohstoffströme auf der Standortvorzüglichkeit und der internationalen Arbeitsteilung: Europa nimmt die Rolle des  Getreideexporteurs ein, während  die USA und Südamerika als gute Sojastandorte  dieses Produkt exportieren. Diese internationale Arbeitsteilung sichert eine effiziente Flächennutzung und schont wertvolle Ressourcen
 

16.06.2016

Regionale versus importierte Lebensmittel

Die Behauptung, dass regional erzeugte Lebensmittel generell eine bessere Ökobilanz vorweisen, wie global gehandelte Waren, stimmt per se nicht.  So können z.B. heimische Produkte wie Äpfel, Fruchtsäfte, Lamm- und Rindfleisch mehr Treibhausgase verursachen, als über weite Strecken transportierte Produkte. In Deutschland können viele Agrarprodukte nur über einen kurzen Zeitraum geerntet werden. Damit sie ihre hohe Qualität behalten, müssen sie i.d.R. Energieintensiv gelagert werden. Der Transportweg eines Lebensmittels sagt heute i.d.R. wenig über seine Umweltfreundlichkeit aus. Das Einkaufsverhalten der Verbraucher schlägt hier viel stärker zu Buche.

Der Transport größerer Lebensmittelchargen per Schiff aus Übersee ist u.U. ökologisch effizienter als der Transport über kurze Wege mit kleinen Mengen in kleinen Transportfahrzeugen innerhalb einer Region. Auch ist der ökologische Einfluss der Transportentfernung geringer als der Einfluss der Betriebsgröße. Je mehr erzeugt wird, desto besser ist die Auslastung teurer Produktionsfaktoren und desto geringer ist die Umweltbelastung je Mengeneinheit.

 

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