Gesundheitsrisiko durch Tierarzneimittelrückstände?

Rückstände Von Tierarzneimitteln In Tierischen Lebensmitteln

Alle tierischen Lebensmittel werden regelmäßig im Rahmen des Nationalen Rückstandskontrollplans (NRKP) des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) untersucht. 99,91 Prozent aller Proben blieben unbeanstandet; in 0,09 Prozent der Proben wurden Tierarzneimittelrückstände über den erlaubten Höchstwerten nachgewiesen (Stand 2018), das heißt aber nicht, dass hiervon ein Gesundheitsrisiko ausgeht.


Tierarzneimittel werden einer zentralen gesundheitlichen Risikobewertung unterzogen. Dabei werden bestimmte Werte für Rückstandshöchstmengen (MRL Maximum Residue Limits) festgelegt, die nicht überschritten werden dürfen. Diese setzen sich zusammen aus der Dosis ohne beobachtete schädliche Wirkung (NOAEL No Observed Adverse Eff ect Level) und aus der zulässigen täglichen Aufnahmemenge (ADI Acceptable Daily Intake). Beide Werte erhalten jeweils noch einmal Sicherheitszuschläge um das Zehnfache.

Die regelmäßigen Proben dienen dem vorbeugenden gesundheitlichen Verbraucherschutz. Ziele der Rückstandskontrolle und Überwachung sind es, die illegale Anwendung nicht zuge-lassener Stoffe aufzudecken und den vorschriftsmäßigen Einsatz von zugelassenen Tierarzneimitteln zu kontrollieren.

Die Sicherheitszuschläge reduzieren das Gesundheitsrisiko deutlich. Abhängig vom untersuchten Wirkstoff müsste ein Mensch ein Leben lang jeden Tag rd. 45 kg Muskelfleisch oder über hundert Liter Milch verzehren, um überhaupt die gesetzlich festgelegten Rückstandsgehalte zu erreichen.


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Der NRKP umfasst alle der Lebensmittelgewinnung dienenden lebenden und geschlachteten Tiere sowie deren Erzeugnisse. Der Einfuhrüberwachungsplan (EÜP) regelt die Überprüfung importierter tierischer Erzeugnisse aus Nicht-EU-Staaten.