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OECD-FAO: Agricultural Outlook 2026–2035

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) haben den OECD-FAO Agricultural Outlook 2026–2035 veröffentlicht. In diesem werden die mittel- bis langfristigen Entwicklungen der globalen Agrar- und Fischereimärkte für die kommenden zehn Jahre analysiert. Dabei werden auch Perspektiven für den Milchsektor dargestellt, die für die Arbeit der Internationalen Milchwirtschafts-Organisation (IDF) von besonderer Bedeutung sind. Sie betreffen unter anderem die Produktion, den Verbrauch, den Handel und die Nachhaltigkeitsherausforderungen der weltweiten Milchwirtschaft.

Rind- und Schweinefleisch: Der weltweite Fleischverbrauch soll bis 2035 weiter steigen, wobei der zusätzliche Konsum vor allem aus Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen kommt. Beim Rindfleisch wird nur ein moderates Wachstum erwartet. Die Preise sind derzeit aufgrund des knappen Angebots und der langsamen Wiederaufstockung der Rinderbestände hoch; ab 2026 dürfte sich der Markt mit zunehmendem Angebot allmählich entspannen. Beim Schweinefleisch wird die Produktion stärker ausgeweitet. Gleichzeitig geht der Pro-Kopf-Verbrauch insbesondere in wohlhabenden Regionen wie der EU zurück, während er beispielsweise in Lateinamerika steigt. Insgesamt dürften die realen Schweinefleischpreise langfristig stärker sinken als die Rindfleischpreise. Tierseuchen und Handelsbeschränkungen stellen für beide Märkte ein wesentliches Risiko dar.

Milch und Milchprodukte: Der Milchmarkt wächst deutlich. Die weltweite Milchproduktion soll bis 2035 jährlich um etwa 2 % auf rund 1,223 Mrd. Tonnen steigen. Mehr als die Hälfte des zusätzlichen Wachstums kommt voraussichtlich aus Indien; die EU-Produktion bleibt dagegen ungefähr auf dem heutigen Niveau. Besonders stark wächst der Konsum von Frischmilchprodukten in Indien und Pakistan. In Europa und Nordamerika bleibt Käse ein wichtiges Wachstumsprodukt, während in einkommensstarken Ländern insgesamt weniger Frischmilch, dafür relativ mehr fettreiche Produkte wie Vollmilch, Sahne und Butter nachgefragt werden. Der internationale Milchhandel bleibt relativ klein, soll aber bis 2035 auf 13,7 Mio. Tonnen wachsen. Die EU, die USA und Neuseeland bleiben die dominierenden Exporteure. China ist weiterhin der wichtigste Importmarkt, während insbesondere Afrika, Südostasien sowie der Nahe Osten und Nordafrika zusätzlichen Milchpulverbedarf entwickeln. Bei den Preisen dürfte die starke Nachfrage nach Milchfett dafür sorgen, dass Butter dauerhaft teurer bleibt als Magermilchpulver.


open_in_newOECD‑FAO Agricultural Outlook 2026‑2035

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