27.08.2026rss_feed

VEZG warnt vor Schwächung der Leitnotierung in der Schweinevermarktung

Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) bewertet aktuelle Vertragsänderungen in Teilen der Schweinevermarktung kritisch. Eine zunehmende Abkopplung von der VEZG-Leitnotierung könne Transparenz und Akzeptanz der Preisfindung schwächen. Positiv bewertet die VEZG dagegen das Bekenntnis der Schlachtunternehmen zur Initiative Tierwohl.

 

Nach Angaben der VEZG ist ihre Preisempfehlung für Schlachtschweine die anerkannte Leitnotierung für den deutschen Schweinemarkt und hat erhebliche Bedeutung für den europäischen Markt. Ihre Funktion als wichtige Orientierungsgröße für Transparenz und Wettbewerb wurde laut VEZG auch von der Monopolkommission hervorgehoben. Kritisch sieht die Vereinigung insbesondere, dass Marktteilnehmer ihre Preisfeststellungen künftig zeitlich nach der Veröffentlichung der VEZG-Preisempfehlung vornehmen wollen. Darin sieht die VEZG das Risiko einer schleichenden Schwächung der Position der deutschen Landwirtschaft.

 

Schweinehalter sollten Verträge sorgfältig prüfen

Vor dem Hintergrund der hohen Konzentration auf der Abnehmerseite hält die VEZG transparente und allgemein anerkannte Referenzpreise weiterhin für unverzichtbar. Schweinehaltern empfiehlt sie daher, neue Vertragsangebote sorgfältig und kritisch zu prüfen. Insbesondere sollten mögliche Auswirkungen auf die Preisbildung, die Vermarktungsfreiheit und die langfristige Stellung der Erzeuger im Markt berücksichtigt werden.

In diesem Zusammenhang begrüßt die VEZG die Initiative der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) und des Deutschen Bauernverbandes (DBV), die Vertragsänderungen juristisch zu prüfen und den Betrieben eine sachliche Orientierung zu geben. Gleichzeitig betont die VEZG, dass jeder Landwirt eigenverantwortlich über die Unterzeichnung von Vermarktungsverträgen entscheidet.

Positiv bewertet die Vereinigung das in den Neuverträgen enthaltene Bekenntnis der Schlachtunternehmen zur Initiative Tierwohl (ITW). Die Honorierung zusätzlicher Tierwohlleistungen und die Weiterentwicklung der Tierhaltung seien wichtige Signale für die Zukunft der deutschen Schweinehaltung und verdienten Unterstützung.

Die VEZG kündigt an, sich auch künftig für eine starke, von den Landwirten getragene Leitnotierung sowie für Transparenz, Marktgerechtigkeit und fairen Wettbewerb einzusetzen.


Rentenbank

mit Unterstützung der
Landwirtschaftlichen Rentenbank

Bundesverband Rind und Schwein e.V. (BRS)
Adenauerallee 174, 53113 Bonn