09.06.2021

Methan aus der Tierhaltung neu denken

Methankreislauf In Der Rinderfütterung

Die Viehzucht, insbesondere die Rinderzucht, wird allgemein als Hauptverursacher von Methanemissionen (CH4) und als wesentlicher Treiber des Klimawandels angesehen. Forscher der Universität Oxford in den USA  bewerten die tatsächlichen Auswirkungen der CH4-Emissionen aus der Milch- und Rindfleischproduktion auf die Temperatur mit einem neuen Modell. Zwei Klimamodelle, das standardmäßige 100-Jahres-Global Warming Potential (GWP100) und das neue Global Warming Potential Star (GWP*), wurden auf die CH4-Emissionen der US-Rinderindustrie angewandt, um deren Klimabeitrag zu bewerten und zu vergleichen. GWP* konzentriert sich auf die Erwärmungseffekte der verschiedenen Gase, anstatt auf ihre Emissionsrate. Unter Verwendung des GWP* zeigen die projizierten Klimaauswirkungen, dass die CH4-Emissionen der US-Rinderindustrie seit 1986 nicht zur zusätzlichen Erwärmung beigetragen haben. Die Berechnungen zeigen, dass sich die kalifornische Milchindustrie in den nächsten zehn Jahren der Klimaneutralität annähert, wenn die CH4-Emissionen um 1 % pro Jahr reduziert werden können, mit der Möglichkeit, eine Abkühlung herbeizuführen, wenn es zu weiteren Emissionsreduktionen kommt. Das GWP* sollte in Kombination mit dem GWP verwendet werden, um praktikable Strategien zur Bekämpfung des durch kurzlebige Klimaschadstoffe (SLCPs) verursachten Klimawandels bereitzustellen. Durch die kontinuierliche Verbesserung der Produktionseffizienz und der Managementpraktiken kann die Tierhaltung eine kurzfristige Lösung zur Bekämpfung der Klimaerwärmung sein, die die globale Gemeinschaft nutzen kann, während sie langfristige Lösungen für die Kohlenstoffemissionen aus fossilen Brennstoffen entwickelt.