Emissionen von Lebensmitteln in Bezug auf deren Nährstoffdichte

CO2Emissionen Lebensmittel Milch

Um den Klimagas-Fußabdruck abzuschätzen, den Produkte verursachen, werden so genannte Lebenszyklus-Analysen (englisch: Life Cycle Assessments, abgekürzt LCA) genutzt. Darin ermitteln sie die Ökobilanz eines Produkts von seiner Herstellung bis zum Importeur. Lebensmittel sind allerdings keine Schrauben. Daher schlagen Wissenschaftler aus Finnland vor, den Nährwert von Lebensmitteln zu berücksichtigen. Sie haben dafür einen Index entwickelt, der die Einbeziehung ernährungsphysiologischer Kenngrößen bei der Diskussion um den Einfluss der Ernährung für das Klima berücksichtigt.


Diese Analysen sind gut, wenn es sich nicht um Lebensmittel handelt. Die Anwendung bei Lebensmitteln weist eine Schwäche auf: Kalkuliert man die Emissionen auf eine Produkteinheit (Kilogramm, Tonne oder Liter) würden Produkte mit viel Wasser aber wenig Nährstoff en besser abschneiden, als nährstoffreiche Naturprodukte. Ein internationales Forscherteam hat daher bereits im Jahr 2010 vorgeschlagen, für Lebensmittel einen Vergleich auf Basis der Nährstoff dichte durchzuführen. Das wäre nicht nur transparenter, sondern auch fachlich korrekter. Das Forscherteam konnte anhand dieses Ansatzes nachweisen, dass Milchersatzprodukte (Hafer-, Soja-Getränke) bezogen auf ihren Nährwert negativere Auswirkungen auf das Klima zeigten, als z.B. Milch. Der Ansatz wurde zuletzt 2017 durch verschiedene Arbeiten bestätigt.


Die Schlussfolgerungen

  • Der NDCI-Index* ermöglicht die Einbeziehung ernährungsphysiologischer Kenngrößen bei der Diskussion um den Einfl uss der Ernährung für das Klima
  • Politische Entscheidungen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen sollten den Nährwert von Lebensmitteln berücksichtigen

*)

Der NDCI-Index (engl.: Nutrient Density to Climate Impact = Nährstoff dichte in Bezug zu Klimaauswir-kung) ermöglicht die Einbeziehung ernäh-rungsphysiologischer Kenngrößen bei der Diskussion um den Einfl uss der Ernäh-rung für das Klim